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  • RivieraZeit editorial

Großbrand im Var noch nicht unter Kontrolle, Tausende Menschen evakuiert

Das bisher schlimmste Feuer des Jahres an der Côte d’Azur brennt seit gestern am späten Nachmittag im Departement Var. Ausgehend von einem Brandherd an einer Autobahn-Raststätte bei Gonfaron haben extreme Trockenheit, Hitze und starker Wind dazu geführt, dass bereits rund 5000 Hektar in Flammen aufgegangen sind. Das Feuer breitete sich über Nacht aus Richtung Golf de Saint-Tropez und ist am heutigen Dienstag-Vormittag noch nicht unter Kontrolle. Tausende Menschen, darunter zahlreiche Urlauber auf Campingplätzen, mussten evakuiert werden.



Das Feuer erstreckt sich über eine gewaltige Fläche im Mauren-Massiv. Von Gonfaron aus fraß es sich nach seinem Ausbruch gegen 17.45 Uhr gestern Abend in östlicher Richtung vor nach La Garde-Freinet (22 Uhr) und von dort in der Nacht weiter südlich nach Grimaud (Golf de Saint-Tropez) sowie nach La Môle im Hinterland des Küstenstreifens zwischen Saint-Tropez und Bormes-les-Mimosas. Am heutigen Dienstagmittag sind zwei Brandherde aktiv - im Westen (Plaine des Maures) und im Osten des genannten Bereichs. Um 12 Uhr war das Feuer noch immer nicht unter Kontrolle, obwohl der Wind im Vergleich zu gestern stark abgeflaut ist.


900 Feuerwehrleute und 120 Gendarmen sind nach Angaben der Präfektur zur Brandbekämpfung und zur Sicherung der Bevölkerung vor Ort im Einsatz. Sechs Löschflugzeuge sowie drei Löschhubschreiber fliegen seit Tagesanbruch erneut ununterbrochen zwischen den Feuerstellen und dem Meer hin und her. Bereits gestern bis zum Einbruch der Nacht waren 170 Wasserladungen aus der Luft auf das Feuer entleert worden.


Zahlreiche Straßen in der Gegend sind gesperrt, darunter die RD33 (Le Luc-Les Mayons) ; RD75 (Gonfaron-La Garde-Freinet) ; RD558 (La Garde-Freinet – Grimaud) ; RD14 (Grimaud) ; RD2048 (Grimaud) ; RD27 (La Môle) ; RD98 zwischen der Verrerie in Bormes-les-Mimosas und Cogolin.


Autofahrer sollen Gegend zwischen Bormes und Saint-Tropez heute meiden


Der Präfekt des Var bittet die Bevölkerung darum, vorerst nicht mit dem Auto die sehr touristische und aktuell stark frequentierte Gegend zwischen Bormes-les-Mimosas und dem Golf de Saint-Tropez zu befahren, um Rettungswege nicht zu blockieren und sich nicht selbst in Gefahr zu bringen. Schaulustige, die auf der Jagd nach Fotos oder Videos vom Brand sind, werden aufgefordert, dies zu unterlassen.


Die in der vergangenen Nacht evakuierten und in Turnhallen und anderen Sälen der Umgebung untergebrachten Menschen dürfen nach wie vor nicht in ihr Domizil zurückkehren. Geräumt werden mussten unter anderem die Campingplätze Charlemagne in Grimaud und PachaCaïd in La Môle sowie die Plätze CGU, BonPorteau und Cros de Mouton in Cavalaire-sur-Mer.


Das Feuer breitet sich rasend schnell aus. Daher bittet der Präfekt die Menschen, auf deren Haus es zurollt und die von den Rettungskräften nicht zum Verlassen ihres Domizils aufgefordert worden sind, im Innern zu bleiben, Fenster, Türen und Fensterläden geschlossen zu halten und feuchte Tücher an die Türschwellen zu legen, um das Eindringen von Rauch zu verhindern.


Heute Morgen lag die Zahl der leicht Verletzten bei drei, während bei mindestens 19 Menschen Rauchvergiftungen diagnostiziert wurden.


Absolute Waldbrandgefahr im gesamten Departement Var


Heute und morgen, 17. und 18. August, gilt für sämtliche Waldgebiete im Departement Var die Waldbrandwarnstufe "rot", das heißt, der Zutritt ist nicht gestattet.


AS

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